Ausfuhren nach Großbritannien: Brexit lässt die Exporte um ein Drittel einbrechen

Ausfuhren nach Großbritannien: Brexit lässt die Exporte um ein Drittel einbrechen

Der Austritt Großbritanniens aus der EU schlägt auch in Deutschland große Wellen. So gingen die Exporte auf die Insel am Anfang des Jahres massiv zurück.
Wie die Tagesschau berichtete, gingen nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden die Exporte auf die Insel bereits im Januar 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ca. 30 Prozent zurück. Demzufolge hinterließ der Brexit bereits zu Jahresanfang eine massive Delle im Außenhandel zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich.

Insbesondere dadurch, dass Großbritannien seit dem Jahr 2021 nicht mehr Teil des EU-Binnenmarktes und der Zollunion ist, wird der Handel durch die zusätzlich erforderliche Zollbürokratie weiter erschwert. Aufgrund dieser Erschwernisse setzten seit Beginn des Jahres 2021 einige Logistiker den Versand auf die Insel aus, da im Januar massive Probleme entstanden sind. Dazu zählten z.B. sowohl DPD als auch DB Schenker.

Brexit-Referendum führt zu massivem Abwärtstrend
Dabei konnte der Rückgang der Exporte nicht erst seit dem endgültigen Austritt Großbritanniens aus der EU festgestellt werden. Bereits seit dem im Jahr 2016 stattfindenden Brexit-Referendum sank die Exportbilanz Deutschlands. Ab dem Jahr 2016 gingen die Zahlen der Exportwaren stetig zurück. So wurden im Jahr 2015 noch Waren im Wert von 89 Milliarden Euro auf die Insel verschickt. Im Vorjahr waren es 66,9 Milliarden Euro, was einem Rückgang um 15,5 Prozent entspricht und somit das stärkste Minus seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 (Rückgang um 17 Prozent) darstellt.

Darüber hinaus hatte neben dem Brexit auch die Corona-Pandemie negative Auswirkungen auf die deutschen Exporte. So gingen die Exporte ingesamt um 9,3 Prozent auf 1,2 Billionen Euro zurück. Bedingt durch die wieder etwas stärkere chinesische Wirtschaft, erwarten die Experten jedoch dennoch einen deutlichen Zuwachs im aktuellen Jahr. Ein Wirtschaftswachstum von rund 8,5 Prozent in 2021 wird für Deutschlands wichtigstens Handelspartner erwartet.

Veröffentlicht: 12. März 2021 / Geschrieben von J. Müller